Slow Food Kiel unterstützt die Initiative für ein plastiktütenfreies Kiel

„Plastiktütenfrei. Wir sind dabei.“ Mit diesem Slogan werben Kieler Unternehmen, Einzelhändler und Interessengemeinschaften, darunter auch Slow Food Kiel, für die Reduzierung von Plastikverpackungen in der Landeshauptstadt. Das langfristige Ziel soll der komplette Verzicht auf Plastiktüten in Kiel sein. Die Kampagne „Plastiktütenfreies Kiel“ ist der erste Schritt in diese Richtung, mit dem Ziel der kurzfristigen Reduktion des Plastiktütenverbrauchs der Kieler.

Wie passen nun Slow Food und der Verzicht auf Plastiktüten zusammen? Einerseits wollen wir für einen nachhaltigen Lebensstil stehen, und da passt Plastikmüll prinzipiell nicht gut ins Bild. Aber Plastikmüll, und damit Plastiktüten, können auch direkte Auswirkung auf unsere Nahrungsmittel haben: Wie jeder weiß, zersetzt sich Plastik nur sehr, sehr langsam. Deutlich schneller hingegen zerfällt es in immer kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik. Dieses Mikroplastik kann in die Nahrungskette gelangen, vor allem im Meer. Im besten Fall ist zwar das Plastik für die Tiere unschädlich, allerdings haften Mikroplastik Schadstoffe in hoher Konzentration an und diese können so in die Nahrungskette gelangen.

Nun machen Plastiktüten sicherlich nicht den Hauptteil der Plastikverschmutzung der Meere und der Umwelt im Allgemeinen aus, aber sie sind ein sehr einfach zu vermeidender Anteil: Statt bei jedem Einkauf eine neue Tüte zu nehmen, die alten so lange wie möglich wiederverwenden, oder besser, von vornherein eine Alternative dabei haben.

Laut dem Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Kopf und Jahr 71 Plastiktüten verbraucht.

Ein Verbrauch von 71 Plastiktüten pro Jahr und Person macht bei gerundeten 240.000 Einwohnern allein in Kiel:

32

Plastiktüten pro Minute

1945

Plastiktüten in der Stunde

46685

Plastiktüten am Tag

326794

Plastiktüten in der Woche

17040000

Plastiktüten pro Jahr in Kiel

Über Siebzehn Millionen Plastiktüten nur für Kiel! Hinter 71 Tüten kann sich schon fast eine Person verstecken; wie groß wäre wohl ein Berg aus 17 Millionen Tüten? Laut Deutscher Umwelthilfe wird der globale Jahresverbrauch auf eine Billion Plastiktütenwerden geschätzt, mit dadurch verursachten CO2-Emissionen  von 30,97 Millionen Tonnen.

Um das Problem der Plastiktüten in Kiel anzugehen beauftragte im September 2014 die Kieler Ratsversammlung die Stadtverwaltung, die Möglichkeiten eines weitgehenden Verzichtes auf Plastikverpackungen in der Landeshauptstadt zu prüfen. Im Folgenden diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Einzelhandel, Interessengemeinschaften, Verbänden, Politik und Verwaltung seit Februar 2015 bei Runden Tischen „Plastiktütenfreies Kiel“, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Das vorläufige Ergebnis ist die am 16. März 2016 vorgestellte Plakat- und Postkartenkampagne „Plastiktütenfreies Kiel“, mit dem Ziel die Kieler für einen Einkauf ohne Plastiktüte zu sensibilisieren.

Slow Food Kiel unterstützt seit Mai 2016 die Initiative „Plastiktütenfreies Kiel“. Wir hoffen damit nicht nur unsere Mitglieder und Unterstützer zu erreichen, sondern dass diese die Idee darüber hinaus weitertragen.

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